Rollnahtelektroden

Rollnahtelektroden sind ein wichtiger Bestandteil beim Rollnahtschweißen und kommen überall dort zum Einsatz, wo Bleche zuverlässig und gleichmäßig miteinander verbunden werden sollen. Anders als beim klassischen Punktschweißen entstehen dabei nicht nur einzelne, voneinander getrennte Schweißpunkte. Die Elektroden bewegen sich als rotierende Rollen über die Werkstücke und erzeugen eine Folge dicht aneinanderliegender bzw. überlappender Schweißpunkte. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Schweißnaht, die je nach Anwendung auch gas- oder flüssigkeitsdicht ausgeführt werden kann.

Während des Schweißvorgangs übernehmen die Rollnahtelektroden gleich mehrere Aufgaben. Sie führen den benötigten Schweißstrom direkt an die Fügestelle, übertragen gleichzeitig den erforderlichen Anpressdruck auf die Werkstücke und sorgen durch ihre kontinuierliche Bewegung für einen möglichst gleichmäßigen Schweißprozess. Damit haben Form, Oberfläche und Rundlauf der Elektrode einen direkten Einfluss auf die Qualität und Wiederholgenauigkeit der entstehenden Schweißnaht.

Dabei sind die Elektroden hohen Belastungen ausgesetzt. Große Stromstärken, mechanischer Druck und die beim Schweißen entstehende Wärme wirken gleichzeitig auf das Bauteil ein. Deshalb werden hierfür Werkstoffe mit sehr guter elektrischer und thermischer Leitfähigkeit eingesetzt, insbesondere Kupfer und geeignete Kupferlegierungen. Eine abgestimmte Kühlung kann zusätzlich dafür sorgen, entstehende Wärme zuverlässig abzuführen und die Standzeit der Elektrode zu erhöhen.

Welche Rollnahtelektrode benötigt wird, hängt immer von der jeweiligen Schweißaufgabe und der eingesetzten Anlage ab. Durchmesser, Breite, Kontur, Aufnahme und weitere Abmessungen können deshalb individuell an die Anwendung angepasst werden. So entsteht kein beliebiges Standardteil, sondern eine Elektrode, deren Geometrie auf Maschine, Werkstück und Schweißprozess abgestimmt ist.