Sonderelektrodenkappen

Sonderelektrodenkappen kommen immer dann ins Spiel, wenn eine klassische Standard-Elektrodenkappe für die jeweilige Schweißaufgabe nicht ausreicht. Denn beim Widerstandsschweißen sieht längst nicht jedes Werkstück gleich aus: Unterschiedliche Bauteilgeometrien, schwer erreichbare Schweißstellen oder besondere Anforderungen an die Kontaktfläche können eine Elektrode notwendig machen, die ganz gezielt für diesen einen Einsatz ausgelegt ist.

Die Aufgabe der Elektrodenkappe bleibt dabei grundsätzlich dieselbe: Sie überträgt den Schweißstrom auf das Werkstück und stellt gleichzeitig die notwendige Kontaktfläche für den Schweißprozess bereit. Entscheidend ist jedoch, wie und an welcher Stelle die Elektrode das Werkstück berührt. Genau hier unterscheiden sich Sonderelektrodenkappen von gewöhnlichen Standardausführungen.

Je nach Anwendung können deshalb vollkommen unterschiedliche Geometrien entstehen. Neben zylindrischen oder flachen Ausführungen sind beispielsweise runde, gewölbte, konische, abgeschrägte oder speziell ausgefräste Kontaktflächen möglich. Auch Aussparungen und an die Kontur eines Werkstücks angepasste Formen können gefertigt werden. Dadurch lässt sich die Elektrode dort einsetzen, wo eine normale Elektrodenkappe geometrisch nicht passend wäre oder nicht das gewünschte Schweißergebnis erzielt.

Für die Fertigung kommen hochwertige Kupferwerkstoffe wie Kupfer oder CuCrZr zum Einsatz. Ihre gute elektrische und thermische Leitfähigkeit ist besonders wichtig, da während des Schweißvorgangs sehr hohe Ströme übertragen werden. Gleichzeitig müssen die Elektrodenkappen den auftretenden mechanischen Belastungen und der Wärmeentwicklung möglichst lange standhalten. Je nach Anwendung können die Komponenten außerdem luft- oder wassergekühlt eingesetzt werden.

Eine besondere Bedeutung hat die präzise Bearbeitung der Kontaktfläche. Form, Größe und Position dieser Fläche beeinflussen, wie Strom und Anpresskraft auf das Werkstück übertragen werden. Deshalb werden Sonderausführungen nicht einfach nur „ungefähr passend“ gefertigt, sondern entsprechend der jeweiligen technischen Anforderungen und Einbausituation ausgelegt.

Abmessungen, Aufnahme und Kontaktgeometrie können dabei individuell nach Zeichnung, Muster oder Kundenvorgabe gefertigt werden. Das ist beispielsweise interessant für Sondermaschinen, spezielle Werkstücke oder bestehende Anlagen, für die keine passende Standardlösung verfügbar ist.

Sonderelektrodenkappen zeigen damit ziemlich gut, warum im Maschinenbau manchmal bereits ein kleines Bauteil eine individuelle Lösung benötigt: Nicht das Werkstück muss zur Elektrode passen – die Elektrode kann passend zur jeweiligen Schweißaufgabe gefertigt werden.